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Ariadnes
Geschichte (
von Rüdiger Klöckner)
- beim Klicken auf die kleinen Bilder sieht man sie in groß -
Dies ist die Geschichte eines Autos, das 31 Jahre lang ein Mitglied meiner
Familie war.
Vorbemerkung: Für mich ist ein Peugeot (egal wie alt) wie eine Frau:
Entweder man liebt dieses Auto und ist bereit, Schwierigkeiten in der Beziehung
hinzunehmen, oder man lässt die Finger davon. Für mich war Ariadne
nicht der erste Peugeot, aber bisher meine größte Liebe.
Doch nun
zur Geschichte:
Es handelt sich hier um ein Peugeot 204 Cabrio, Fahrgestell-Nr. 6.414.774,
EZ 11/68 (also Modelljahr 1969). Der damalige Neupreis betrug incl. Hardtop
ca. DM 8.500.-.
Das Fahrzeug
wurde seinerzeit durch die Firma May & Gotter OhG in Bonn ausgeliefert.
Leider
ist der Originalbrief abhanden gekommen. Meines Wissens war die Erstbesitzerin
eine Dame aus Bonn. Am 17.7.1970 hat meine Mutter das Auto dann für
ca. DM 6.000.- als zweite Besitzerin erworben.
Ich weiß nicht mehr, ob die Nebelscheinwerfer und die TALBOT-Außenspiegel
damals schon dran waren oder ob sie auf Veranlassung meiner Mutter
montiert worden sind; auf jeden Fall kenne ich Ariadne nur mit besagten Nebellampen
und Spiegeln. (Bei Oldtimertreffen bin ich von "Puristen" gerade wegen dieser
Teile des öfteren angefeindet worden.)
Im
Oktober 1981 verstarb meine Mutter; mein Vater hat das Auto dann auf sich
umgemeldet und (leider mehr schlecht als recht) am Leben erhalten.
Im Februar
1993 war es dann soweit: Die zweite Frau meines Vaters hatte solange herumgenörgelt,
bis sich mein Vater dazu entschloss, sich von dem 204 zu trennen. Als er
mich fragte, ob ich das gute Stück übernehmen wolle, habe ich nicht
sehr lange überlegt und Ja gesagt. Ich bekam den Wagen sogar geschenkt,
in unrestauriertem Originalzustand (was sich dann als Zustand 4 herausstellte).
Damaliger
KM-Stand: 147.880, selbstverständlich noch mit Original-Motor!
. Nach drei Monaten war ich dann gezwungen, die Lichtmaschine überholen
zu lassen, da die Lager verschlissen waren. (KM 152.000)
August 1993: Teilnahme am OGP auf dem Nürburgring. Hatte in der Zwischenzeit
das morsche Originalverdeck gegen ein gebrauchtes Stoffverdeck ausgetauscht,
das ich von jemandem aus der Szene geschenkt bekommen hatte. Den Kühlergrill
und die Nebellampen hatte ich auch erneuert.
Im Oktober 1993 waren dann eine neue Kupplung und Stoßdämpfer
vorne fällig (KM 159.000)
Im
April 1994 gab der Zündverteiler seinen Geist auf.
Am 2. Mai 1994 semmelt mir eine freundliche Nachbarin beim Zurücksetzen
in die Front. Folge: Stoßstange, Nebellampen, Motorhaube und Kühlergrill
im Eimer.
Im Verlauf der Unfallreparatur stellen sich böse Rostschäden
am linken Vorderbau heraus, die geschweißt werden müssen. Ich
lasse zusätzlich zur Unfallreparatur auch noch auf meine Kosten den
linken Kotflügel vorne erneuern, die gesamte Frontpartie wird neu lackiert.
Juli
1994: Anlässlich der TÜV-Überprüfung werden Schweißarbeiten
am Unterboden fällig.
August 1994: erneute Teilnahme am OGP
Februar 1995: Ein Jungschnösel mit einem gemieteten 3er BMW semmelt
mir vor einer roten Ampel ins Heck. Im Laufe der Reparaturarbeiten stellen
sich (wieder einmal) gravierende Schäden am Unterbau heraus. Irgendwie
ist es ein Wunder, daß der Hinterwagen noch nicht auseinandergebrochen
ist! Also wird das Heck (natürlich auf meine Kosten) aufwendig restauriert;
Unterbau schweißen, Radläufe mithilfe von z.T. in Handarbeit
erstellten Reparaturblechen erneuern, Heckblech und Stoßstange erneuern,
Rücklicht rechts erneuern, Neulackierung des Hecks und der Türen.
Zu diesem Zeitpunkt befinden sich nur noch das Hardtop und die Innenausstattung
im unrestaurierten Originalzustand.
30.April
bis 1.Mai 1995: Teilnahme am 1. Internationalen Treffen von L'Aventure Peugeot
in Linas-Montlhéry bei Paris.
August 1995: wieder einmal Teilnahme am OGP auf dem Nürburgring, mit
allem Zubehör incl. Camping.
Kurz vorher hatte sich bei einer Inspektion herausgestellt, daß das
Kurbelwellenlager schadhaft war. Mir ging aber nun die Puste bzw. das Geld
aus, nachdem ich mittlerweile insgesamt mehr Geld in die Wiederherstellung
von Ariadne reingesteckt hatte, als der damalige Neupreis betrug. Also habe
ich das Auto schweren Herzens stillgelegt und in eine Garage gestellt, in
der Hoffnung auf bessere Zeiten.
Im
August 2001 hatte sich aber immer noch nichts Entscheidendes getan; also
entschloss ich mich, wenn auch widerwillig, Ariadne zu verkaufen.
Bei der Besichtigung durch den Käufer, einen Kfz-Mechaniker aus Westfalen,
stellte sich dann heraus, daß die lange Standzeit dem Auto garnicht
gut getan hatte. Der Unterboden war schon wieder morsch. Also ging mein Liebling
für gerade mal 2.000 DM in hoffentlich gute Hände. KM-Stand: ca.
183.000
Ich
hoffe, daß Ariadne bald wieder in guter Verfassung über Deutschlands
Straßen rollt. Ich habe die (im Grunde genommen nur zwei) Jahre mit
diesem Auto sehr genossen und denke oft mit Wehmut daran zurück. Ariadne
hat mir während dieser Zeit als Alltags- und auch Spaßauto treue
Dienste geleistet.
Goodbye and Good Luck, Ariadne!
P.S.: Meine neue Liebe ist ein neun Jahre alter 106, den ich mal wieder
meinem Vater abgekauft habe.
Wenn es nach mir geht, wird dieser Wagen auch mindestens 30 Jahre alt!
So
ist das eben mit den Peugeots: Entweder man liebt sie...
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